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Angola
Angola ist ein Staat in Südwest-Afrika. Der offizielle Name ist „República de Angola“. Die Hauptstadt ist Luanda im Nordwesten des Landes am atlantischen Ozean. Der Name leitet sich von Ngola, dem Titel der Könige von Ndongo, einem Vasallenstaat des Kongoreiches ab. Die gesamte Region erhielt ihren Namen von portugiesischen Seefahrern, die an diesem Teil der afrikanischen Küste landeten. Offizielle Amtssprache des Landes ist somit ebenfalls Portugiesisch.
Geographie und Klima des Landes Angola ist mit einer Fläche von ca. 1,3 Mil. km2 ungefähr dreieinhalb Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Das Land grenzt im Norden an die Demokratische Republik Kongo, im Osten an Sambia und im Süden an das Land Namibia. Charakteristisch für das Land ist ein schmaler flacher Streifen an der Atlantikküste der sich in Richtung Osten und Landesinnere zum Hochland von Bié erhebt. Das Hochland ist in der Mitte des Landes relativ bergig und fällt in Richtung Süden ab. Der höchste Berg ist der Môco, der sich 2619 m über den Meeresspiegel erhebt. Durch den Osten des Landes fließt ein Teil des Sambesi. Das Land selbst lässt sich in drei Klimazonen einteilen, welche das doch sehr unterschiedliche Landschaftsbild prägen. Es reicht von tropisch im Norden und an der Küste mit Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 oC, über gemäßigt-tropisch im zentralen Hochland und dem Süden des Landes mit vor allem im Winter starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht und zum Teil starken Niederschlägen, bis hin zum sehr heißen Südosten des Landes in dem Niederschläge nur selten auftreten. Diese Klimazonen prägen wie bereits erwähnt auch das Landschaftsbild Angolas: Tropischer Regenwald im Norden, Baumsavannen im Zentrum und trockenen Grassavannen im Südosten. Im Südwesten des Landes finden sich zusätzlich noch die Ausläufe der Namibwüste. Diese sehr unterschiedliche Landschaft sorgt in Angola für eine ungemein hohe Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt. Diese wird allerdings durch die immer stärkere landwirtschaftliche Nutzung, die Folgen der Bürgerkriege und dem Elfenbeinhandel gefährdet.
Bevölkerung Genaue und gesicherte Daten zur Bevölkerung in Angola sind nicht vorhanden. Geschätzt leben etwa 18,5 Millionen Menschen in diesem flächenmäßig relativ großen afrikanischen Land. Sie teilen sich zum Großteil in drei große Volksgruppen. Etwa 33% gehören der Gruppe der Ovimbundu an und leben vor allem im Zentralhochland und an der Küste des Landes. Ungefähr 25% der Bevölkerung gehören zur Gruppe der Ambundu die überwiegend zwischen der Hauptstadt Luanda und der im Landesinneren gelegenen Stadt Malanje leben. Im Westen und Nordwesten des Landes lebt das Volk der Bakongo, das etwa 15% der angolanischen Bevölkerung ausmacht. Hinzu kommen noch zahlreiche kleinere Bevölkerungsgruppen, die zusammen mit den bereits genannten größeren Volksgruppen einen breiten kulturellen Mix der angolanischen Bevölkerung ergeben. Aus der ehemaligen Kolonialmacht Portugal leben inzwischen nur noch etwa 100.000 Menschen in Angola. Der bis 2002 andauernde 27-jährige Bürgerkrieg des Landes stellt das Land zusammen mit der wirtschaftlichen Konzentration auf die Küstenregionen vor ein akutes demographisches Problem. Ein großer Teil der Bevölkerung, vor allem aus dem Inland, ist während des Krieges aus dem Land geflohen oder lebt in den Küstenstädten. Das Landesinnere ist inzwischen beinahe menschenleer. In Angola leben nur etwa 14 Einwohner pro km2. Allein in der Hauptstadt Luanda leben ca. 5 Millionen der rund 18,5 Millionen Angolaner. Luanda ist damit die fünftgrößte Stadt Afrikas. Durch die vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen werden in Angola neben der Amtssprache Portugiesisch, die nur etwa 30% der Angolaner als Muttersprache sprechen, ungefähr 40 weitere Sprachen und Dialekte gesprochen. Ein ähnliches Bild ergibt auch ein Blick auf die Religionszugehörigkeit der Angolaner. Zu den etwa 55% Katholiken und 10% Protestanten kommen noch zahlreiche Sekten und Naturreligionen, sowie ein kleiner Anteil an Muslimen. Insgesamt existieren ungefähr 1000 verschiedene Religionsgemeinschaften in Angola.
Geschichte des Landes Die bis heute existierenden unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen der Bantu ließen sich bereits zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert in Angola nieder. Zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert bildeten sich in Teilen des Landes das Königreich Kongo, sowie das Königreich Ndongo, dem späteren Namensursprung des Landes, heraus. 1482 landeten die ersten portugiesischen Seefahrer an der angolanischen Küste. Hauptzweck der errichteten Handelsposten wurde der Sklavenhandel, speziell mit Brasilien. Angola gehört mit etwa 3,5 Millionen verschleppten Menschen zu den am meisten unter dem Sklavenhandel gelittenen Ländern der Welt. Dies endete erst mit dem Verbot des Sklavenhandels im Jahr 1869. Offiziell wird Angola erst 1576 zu einer portugiesischen Kolonie. Im Jahr 1951 wurde Angola offiziell zu einer portugiesischen Überseeprovinz. Zwei bewaffnete Aufstände in den Portugiesischen Kolonialkriegen von 1959 bis 1972 wurden blutig niedergeschlagen. Erst in Folge der Nelkenrevolution 1974 in Portugal erlangte Angola am 11. November 1975 seine Unabhängigkeit. Die ehemalige Kolonie portugiesisch Kongo die selbst in die Unabhängigkeit entlassen werden sollte wurde kurzerhand militärisch besetzt und von Angola annektiert. In der Folge kommt es bis heute immer wieder zu bewaffneten Konflikten in der heute Cabinda genannten Exklave. Noch kurz vor der Unabhängigkeit des Landes begann der bis 2002 andauernde Bürgerkrieg des Landes. Zwischenzeitlich wurde er zu einem Stellvertreterkrieg zwischen dem Ost- und dem Westblock zu Zeiten des Kalten Krieges. Im Vorfeld und nach der Unabhängigkeit war es Ziel dreier Unabhängigkeitsbewegungen die Hauptstadt Luanda zu kontrollieren und als legitime Regierung anerkannt zu werden. Während vor allem die UdSSR und Kuba die ideologisch kommunistisch-sozialistisch ausgelegte MPLA unterstützten, wurde die UNITA von Seiten der Westmächte und vor allem militärisch von Apartheid-Südafrika unterstützt, das kein Interesse an einem marxistisch-sozialistischen Regime in unmittelbarer Nähe hatte. Die USA versorgten zusätzlich noch die militärisch von Zaire aus unterstützte FNLA mit Geld, Waffen und militärischer Ausbildung. In Folge dieser Unterstützung schickte auch das kommunistische Kuba ungefähr 35.000 Truppen und Ausrüstung zur militärischen Unterstützung der MPLA. Die MPLA entschied den Kampf um die Hauptstadt für sich und ihr Anführer Agostinho Neto wurde, anerkannt von den Staaten der OAS, zum ersten Präsidenten Angolas. Die USA erkannten die neue Regierung nicht an. In Folge des erst beendeten Vietnamkrieges kam es aber zu keinem Eingreifen amerikanischer Truppen. Stattdessen wurde FNLA und UNITA weiter aus dem Ausland unterstützt. Während die FNLA in Bedeutungslosigkeit verschwand leistete die UNITA weiter Widerstand. In der Folgezeit ging es für die USA vor allem um einen Abzug kubanischer Truppen aus Angola, während Südafrika die UNITA weiterhin stark unterstützte. Am 23. März 1988 kam es bei Cuito Cuanavale zur größten Schlacht des Krieges, als kubanische, angolanische und südafrikanische Truppen aufeinandertrafen und ungefähr 20.000 Soldaten ihr Leben verloren. Im Anschluss dieser Auseinandersetzung kam es in den kommenden Jahren zu zahlreichen Verhandlungen vor allem zwischen den Regierungen der Länder. In der Folge des Drei-Mächte-Abkommens vom 22. Dezember 1988 zog Kuba seine Truppen aus Angola ab und Südafrika entließ Namibia in die Unabhängigkeit. Mit der Resolution 626 des UN-Sicherheitsrates begann die Friedensmission „Verifikationsmission der Vereinten Nationen in Angola I“ (UNAVEM I). Nach Ende des Kalten Krieges wandelte sich der Krieg immer mehr in einen Bürgerkrieg zwischen der inzwischen zur Partei umfunktionierten MPLA und den UNITA-Rebellen. Auch die weiteren Friedensmissionen der UNO, UNAVEM II und UNAVEM III konnten keinen Frieden herstellen. Beide Kriegsparteien finanzierten sich durch die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen und durch Zwangsarbeit der Bevölkerung. Die MPLA durch die Erdölreserven vor der Küste und die UNITA durch die Diamantenvorkommen im Landesinneren. Hier kam es in Folge dieser Ausbeutung zu einem Handelsverbot der Vereinten Nationen mit sogenannten „Blut-„ oder „Konfliktdiamanten“. Beendet wurde der Konflikt erst durch die Tötung des Rebellenführers Jonas Savimbi. Es kam zu Verhandlungen beider Parteien und die UNITA wandelte sich in der Folge in eine nicht-militärische Partei um. Der Krieg kostete etwa 500.000 Menschen das Leben und es wurden etwa 2,5 Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Hungersnöte, Landmienen und eine zerstörte Infrastruktur sind bis heute innenpolitische Probleme. Der Frieden im Land besteht aber bis heute.
Politik des Landes Die ehemalige portugiesische Kolonie ist heute eine Präsidialrepublik. Präsident, Regierungschef und zugleich Oberkommandeur der Streitkräfte ist seit 1980 José Eduardo dos Santos. Vize-Präsident ist Fernando Dias dos Santos. Die 18 Provinzen des Landes werden von 18 vom Präsidenten ernannten Gouverneuren verwaltet und vertreten die Interessen des Präsidenten in den Provinzen. Das Rechtssystem beruht noch auf dem der portugiesischen Kolonialmacht und ist vergleichsweise schwach ausgebildet. Lediglich in 12 von über 140 Stadtverwaltungen sind Gerichte tätig. Am 5. Februar 2010 ersetzte die erste angolanische Verfassung das bis dahin provisorische Grundgesetz von 1991. Die neue Verfassung verlagert nun noch mehr Macht auf das Präsidentenamt, der nun nicht mehr direkt vom Volk gewählt wird, sondern direkt aus der in den Parlamentswahlen siegreichen Partei hervorgeht. Selbiges gilt für den neu geschaffenen Vize-Staatspräsidenten der das abgeschaffte Amt des Premierministers ersetzt. Die ersten Wahlen nach der neuen Verfassung sind für das Jahr 2012 vorgesehen. Die letzte Wahl fand am 5. und 6. September 2008 statt an der die MPLA einen Stimmenanteil von 81,65% erreichen konnte, während die UNITA lediglich auf 10,39% kam. Die Menschenrechtssituation ist laut einem Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2008 schwierig. Es kommt zu willkürlichen Verhaftungen, besonders im Zusammenhang mit Personen die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung oder Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit wahrnehmen wollten. Ein soziales Sicherungssystem für Bedürftige existiert zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls noch nicht. Homosexualität ist in Angola illegal und stellt einen Verstoß gegen die öffentliche Moral dar. Das Strafmaß reicht bis zu drei Jahren Haft oder Arbeitslager.
Wirtschaft des Landes Angola gehört mit einem BIP von 58,3 Milliarden US-Dollar zu den zehn stärksten afrikanischen Staaten. Dennoch lebt ein großer Teil der Bevölkerung in Armut. Dies ist vor allem eine Folge des jahrelangen Bürgerkriegs. Das Land profitiert von seinen zahlreichen Bodenschätzen wie Erdöl, Diamanten und Mineralien. Besonders die Ölvorkommen sorgen für die positive Wirtschaftsbilanz. Starke Korruption verhindert aber bisher einen positiven Effekt auf die in Armut lebende Bevölkerung des Landes. Etwa 50% der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Dies gilt besonders für die Landbevölkerung. In der Folge wird Angola gegenwärtig auf Rang 143 von 169 gelisteten Nationen des Human Development Index geführt. Vor allem als Folge des Bürgerkrieges ballt sich die Wirtschaft zudem stark in den großen Küstenstädten und vor allem der Hauptstadt Luanda. Dort ballt sich etwa ein Drittel der Wirtschaftskraft des Landes, was die demographischen Probleme des Landes weiter vorantreibt und das restliche Land immer weiter leert. Die wichtigsten Handelspartner des Landes sind die USA, China, Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, Südafrika und Brasilien. Die Abhängigkeit von den beiden Hauptressourcen Erdöl und Diamanten, die rund 99% der Exportgüter darstellen, machen das Land allerdings sehr anfällig für Preisschwankungen auf den internationalen Märkten. Aktuelle Herausforderungen und Außenpolitik Nach Ende des Bürgerkrieges befindet sich Angola in einer Zeit der Stabilisierung. Doch die Folgen des Krieges zu beseitigen wird die Hauptaufmerksamkeit Angolas in den nächsten Jahren bestimmen. Auch die Etablierung und Umsetzung der neuen Verfassung stellen das Land vor große Herausforderungen in den nächsten Jahren. Wichtig sind auch ein verbessertes Justizsystem, sowie einen schrittweisen Abbau der Abhängigkeit von beiden Hauptwirtschaftsressourcen Öl und Diamanten. Auch der Wiederaufbau der Infrastruktur und besonders eines funktionierenden Gesundheitssystems sind elementar wichtig für das Wohl der angolanischen Bevölkerung. Zwar werden bereits seit Ende des Krieges große Anstrengungen im Bereich der Schulbildung unternommen, doch eine weitere Intensivierung ist für einen wachsenden Wohlstand des Landes unabdingbar. Zurzeit besuchen nicht einmal zwei Drittel der Kinder eine Schule. Hinzu kommt das immer noch existierende Problem von Anti-Personen-Minen die während des Krieges beinahe überall im Land verteilt wurden. Außenpolitisch versucht das Land besonders in den letzten Jahren immer mehr Verantwortung zu übernehmen. Neben dem 2-jährigen Vorsitz des UN-Ausschusses für Peace-Building von 2006-2007, gründete das Land 2006 die Vereinigung afrikanischer Diamantenproduzenten und ist ebenfalls 2006 der OPEC beigetreten. Seit 2007 ist Angola auch Mitglied im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Auch im internen Konflikt des Nachbarn, der Demokratischen Republik Kongo war das Land an der Seite der Regierung mit eigenen Truppen engagiert. Hauptfokus der Außenpolitik ist und bleibt wie in der Innenpolitik der Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes. So geht es der Regierung primär um den weiteren Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Besonders intensive Beziehungen pflegt das Land zur ehemaligen Kolonialmacht Portugal sowie Brasilien. Hinzu kommen sich stark verbessernde Wirtschaftsbeziehungen zu Südafrika. Die USA sind nach China der wichtigste Abnehmer angolanischen Öls, während Russland militärisch immer noch einen wichtigen Partner Angolas darstellt.
Angola an der WorldMUN 2011 Als deutsche Studenten stellt es für uns eine Herausforderung dar sich in die Lage eines von 27 Jahren Bürgerkrieg zerrüttetes Land und seine unzähligen Bevölkerungsgruppen zu versetzen. Die an der WorldMUN anstehenden Themen betreffen Angola zum Teil sehr direkt. Staatsfonds und die Zukunft der Dekolonisierung im SPECPOL spielen für das Land als ehemalige Kolonie eine bedeutende Rolle. Sicherheitspolitisch hat Angola mit seinem Vorsitz des Ausschusses für UN-Peace-Building sich bereits als wichtiges und bedeutsames Land in Sicherheitsfragen bewiesen. Auch die Themen von WTO und SOCHUM sind für das Land nicht uninteressant. Besonders gilt dies auch für die Themen der Bekämpfung von Polio- und Tuberkuloseerkrankungen in der World Health Organization (WHO). Das Thema des Menschenrechtsrats zu den Rechten Homosexueller ist vergleichsweise brisant, da Homosexualität in Angola immer noch strafrechtlich verfolgt und mit Gefängnis und Arbeitslager bestraft wird. Sehr brisant ist auch das Thema der historischen Vollversammlung von 1976 anlässlich des Soweto-Massakers und der Apartheid in Südafrika, da Angola zeitweise während des Kalten Krieges Schauplatz eines von beiden Blöcken geführten Stellvertreterkrieges war, an dem auch Südafrika und sein Apartheid-Regime beteiligt waren. Wir, als Teil der Trierer Delegation, freuen uns darauf, die Möglichkeit zu haben, uns auf ein so interessantes und im Umbruch befindliches Land aus dem Südwesten Afrikas vorzubereiten, um es Mitte März auf der Harvard WorldMUN in Singapur zu vertreten.
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