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Singapur 2011 - WorldMUN

Singapur 2011 - WorldMUN

14.03.2011 - 08:00 o'clock



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Barbados

Barbados ist eine Insel in der Karibik und gehört zum Commonwealth of Nations. Die Hauptstadt ist Bridgetown im Südwesten der Insel. Ihren Namen bekam die Insel durch portugiesische Seefahrer. Diese nannten die herabhängenden Luftwurzeln der Feigenbäume „Barbados“, die Bärtigen.



 

Geographie und Klima des Landes

Der Inselstaat ist der östlichste Punkt der Kleinen Antillen und liegt mitten im atlantischen Ozean. Bis zum westlichen Nachbarn St. Vincent und die Grenadinen liegen ganze 180 km atlantischer Ozean. Anders als viele Nachbarinseln ist Barbados nicht durch vulkanische Aktivität entstanden, sondern ist Teil eines Kalksteinrückens im Atlantik. Die höchste Erhebung ist der Mount Hilaby mit 336 m. Der Regenwald der einst beinahe die gesamte Insel überzog ist inzwischen fast komplett verschwunden. Ersetzt haben ihn neben unzähligen Zuckerrohrplantagen auch Kulturland. Der Kalksteinrücken sowie Korallenablagerungen verschafften der Insel besonders weiße und feine Strände. Besonders groß ist das karibische Paradies allerdings nicht. Gerade einmal 431 km2 beträgt die gesamte Fläche von Barbados. Der Staat ist somit nicht einmal halb so groß wie Berlin mit ungefähr 892 km2. Das Klima der Insel ist tropisch. Der Jahresdurchschnitt liegt bei 26 oC und schwankt während des gesamten Jahres nur geringfügig. Niederschläge fallen vor allem während der Regenzeit von Mai bis Oktober. Aufgrund des Kalksteins im Untergrund gibt es auf Barbados trotz großer Niederschlagsmengen von stellenweise 2.000 mm pro Jahr keine größeren Gewässer. Nicht gerade ungefährlich für die Insel und seine Bewohner ist die Tatsache, dass das Land im Einzugsbereich der karibischen Hurrikans gelegen ist und somit potenziell von ihnen bedroht wird.

 

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Bevölkerung

Insgesamt leben etwa 295.000 Menschen auf der Karibikinsel. Die Bevölkerung Barbados stammt zu etwa 90% von afrikanischen Sklaven ab. Auch die anderen Bevölkerungsgruppen sind hauptsächlich Nachfahren aus der Kolonialvergangenheit der Insel. Ein Großteil der Bevölkerung wohnt im Parish (Bezirk) Saint Michael. Dort liegt auch die Hauptstadt Bridgetown mit 7.000 Einwohnern und etwa 80.000 Einwohnern in den zahlreichen Vororten. Der vorherrschende religiöse Glauben der Insel ist christlich und hier zu etwa 70% anglikanisch. Zu den berühmtesten Persönlichkeiten des Landes zählen neben der R&B-Sängerin Rihanna, der Hürdenläufer Ryan Brathwaite, sowie die englischen Fußballnationalspieler Ashley Cole und Theo Walcott.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte des Landes

Der kleine Inselstaat wurde 1536 durch den portugiesischen Entdecker Pedro Campos entdeckt, von dem die Insel auch ihren Namen Barbados, „die Bärtigen“ bekam. Er fühlte sich durch die frei herabhängenden Wurzeln der Feigenbäume an Bärte erinnert. Nach der Entdeckung wurden zahlreiche Ureinwohner der Insel von spanischen Eroberern versklavt und zur Plantagenarbeit auf anderen Inseln gebracht. Die restlichen Bewohner flohen und so war die Insel, als die Engländer sie 1625 von den Portugiesen übernahmen, menschenleer. Die englische Kolonialmacht begann mit der Besiedlung der Insel und stellte beinahe die gesamte Produktion der Insel auf Rohrzucker um und holzte den einstigen Regenwald beinahe komplett ab. Die Zuckerrohrplantagen prägen das Landschaftsbild der Insel bis heute. Schnell wurde das Land zu einem der größten Zuckerproduzenten des 17. Jahrhunderts. Auch diese starke wirtschaftliche Abhängigkeit von der Zucker-, Rum- und Sirupproduktion blieb bis weit in das 20. Jahrhundert bestehen, bis diese etwa 1990 vom Tourismus abgelöst wurde. Die Sklaven konnten sich 1838 emanzipieren und waren von diesem Zeitpunkt an frei. Bis zur Unabhängigkeit am 30. November 1966 wurden die einst nur für die englischen Plantagenbesitzer geltenden Rechte auch auf die ehemaligen Sklaven ausgedehnt.


Politik des Landes

Als ehemalige britische Kolonie ist Barbados politisch stark von der einstigen Kolonialmacht geprägt. Das Land verfügt über das drittälteste Parlament im Commonwealth nach Großbritannien und Bermuda. Zum ersten Mal trat das „House of Burgesses“ bereits im Jahr 1639 zusammen. Grundlage der Verfassung bildet die 1652 verabschiedete „Charta of Barbados, or Articles of Agreement“. Wichtige Grundsätze in ihr sind Religionsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Eigentum, parlamentarische Rechte sowie Unabhängigkeit. Das Parlament selbst besteht aus zwei Kammern. Dem „House of Assembly“ mit 30 Abgeordneten die alle 5 Jahre neu gewählt werden, sowie dem Senat mit 21 ernannten Mitgliedern. Wahlberechtigt sind alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr. So ist Barbados nicht nur eine Konstitutionelle Commonwealth-Monarchie mit der britischen Krone als Staatsoberhaupt, sondern auch eine parlamentarische Demokratie mit langer Tradition. Seit Oktober 2010 ist Freundel Stuart neuer Premierminister des Landes und Nachfolger von David Thompson, der in Folge einer Krebserkrankung verstarb. Der Inselstaat selbst gliedert sich in 11 sogenannte „Parishes“, die ihren Ursprung in der Gliederung der anglikanischen Kirche aus dem Jahr 1645 haben.

 


Wirtschaft des Landes

Barbados ist die Karibik, wie man sie sich vorstellt: Zuckerrohrplantagen, Rum und Fische. Doch das einst zu den größten Zuckerproduzenten gehörende Land hat längst ein neues Hauptstandbein. Der Tourismus auf Barbados sorgt dafür, dass das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt zu den höchsten der Region gehört. Der Dienstleistungs- und Tourismussektor erwirtschaften hierbei etwa 75% des gesamten BIP. Das marktwirtschaftlich orientierte Land bekam durch diese Abhängigkeit allerdings auch die negativen Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 deutlich zu spüren. Der Sektor brach in der Folge der Krise um insgesamt 8,7%, was die gesamte Wirtschaftsleistung um 5,3% schrumpfen und die Arbeitslosigkeit auf über 10% steigen ließ. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind der Informations- und Finanzdienstleistungssektor. Das Land profitiert hierbei vor allem von einem hohen Ausbildungsstandard und ist das Land in der Karibik mit dem geringsten Grad an Korruption. Auch die historischen landwirtschaftlichen Sektoren spielen immer noch eine bedeutende Rolle. So produziert Barbados noch immer große Mengen an Rum und Zucker. In den letzten Jahren wurde zudem begonnen, vor der Küste der Insel Öl zu fördern. Alles in allem bleibt das Land wirtschaftlich verwundbar. Immer wieder gefährden Hurrikans, aber auch die touristische Konkurrenz der Region die wirtschaftliche Stabilität des Landes.


Aktuelle Herausforderungen und Außenpolitik

Die politische Lage des kleinen Landes ist stabil. Wichtigstes innenpolitisches Ziel ist es daher ein stabiles Wirtschaftswachstum zu gewährleisten. Hierzu wird besonders die landwirtschaftliche Diversifizierung vorangetrieben, aber auch der Ausbau des Tourismus sowie die Off-shore-Ölförderung spielen hierbei eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Außenpolitisch liegt der Fokus des Landes aufgrund der geringen Größe vor allem auf internationalen und regionalen Organisationen. Neben seiner Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen ist das Land auch Mitglied in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), dem Commonwealth, der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) sowie der Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS). Besonders intensive Beziehungen pflegt das Land zur ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, Kanada, den USA und Venezuela.


Barbados an der WorldMUN 2011

Als deutsche Studenten aus einem Land mit über 81 Millionen Einwohnern stellt es für uns eine Herausforderung dar, sich in die politische Kultur und die lange demokratische und koloniale Tradition eines karibischen Inselstaates hinein zu versetzen. Die bevorstehenden Themen betreffen Barbados zum Teil sehr konkret. Staatsfonds und die Zukunft der Dekolonisierung im SPECPOL spielen für das Land als ehemalige Kolonie eine bedeutende Rolle und das Land kann aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Besonders das Thema der Landwirtschaft und Handelsbarrieren in der WTO sind für die noch immer bedeutende Landwirtschaft des Landes von großer Bedeutung. Und auch in der historischen Vollversammlung von 1976 anlässlich des Soweto-Massakers und der Apartheid in Südafrika hat das Land einen nicht unerheblichen Einfluss auf seinen Partner aus dem Commonwealth of Nations.

Wir, die Trierer Delegation, freuen uns darauf, die Möglichkeit zu haben, uns auf ein zwar kleines aber durchaus bedeutendes und wunderschönes karibisches Land vorzubereiten, um es Mitte März auf der Harvard WorldMUN in Singapur zu vertreten.